Foto: Karen Amanda Moser

Foto: Karen Amanda Moser

Photo: Karen Amanda Moser

UTENSILIEN (2024)

Ausstellung in der Vitrine Bern


DE  In der Vitrine ist eine Auslegeordnung von Objekten zu erkennen. Mit Handgriffen versehen implizieren sie auf den ersten Blick einem bestimmten Zweck zu dienen. Auf der Verkaufsfläche als Serie mit ähnlichen Formen sowie farblich abgestimmt, erwecken sie gar den Anschein einer neuen, begehrenswerten Kollektion. Erst bei näherer Betrachtung wird ersichtlich, dass ihnen jegliche Funktion entzogen wurde.

Eva Maria Gisler findet Nutzgegenstände wie Trichter, Farbrollen oder Bürsten und ergänzt sie mit aus Gips gegossenen Halterungen. Damit reihen sich die kleinen Objekte in der Vitrine in die der Künstlerin typischen Vorgehensweise bei der Herstellung von grossformatigen, installativen Arbeiten ein. Mit viel Wissen über Umgang mit Materialität und einer klaren Bildsprache stellt Eva Maria Gisler Skulpturen zusammen, die praktisch erscheinen mögen, als solche jedoch dysfunktional sind. So ist es auch die Auseinandersetzung mit Situationen und Bewegungen im Raum, mit denen sich die Künstlerin intensiv auseinandersetzt und die sie in ihren Arbeiten immer wieder thematisiert. Zwischen ernsthaft und leichtfüssig hin- und her pendelnd, wird in der Vitrine-Installation auch ein feiner Humor spürbar.


EN  An arrangement of objects can be seen in the display case. Provided with handles, they imply at first glance that they serve a specific purpose. On the sales floor as a series with similar shapes and color-coordinated, they even give the impression of a new, desirable collection. Only on closer inspection does it become apparent that they have been deprived of any function.

Eva Maria Gisler finds utilitarian objects such as funnels, paint rollers or brushes and complements them with plaster-cast holders. The small objects in the display case are thus part of the artist’s typical approach to creating large-format, installative works. With a great deal of knowledge about the handling of materiality and a clear visual language, Eva Maria Gisler puts together sculptures that may appear practical, but as such are dysfunctional. It is also the examination of situations and movements in space that the artist deals with intensively and which she repeatedly addresses in her works. Oscillating back and forth between serious and light-footed, a subtle sense of humor is also palpable in the showcase installation.

Text von Katrin Sperry